Fortbildungskurs Wattener Lizum: AlpinRettung Winter, 25.-28.02.2021

Perfektes Wetter soweit der Wetterbericht reicht – Sonnenschein pur. Genau mit diesem Ausblick durften wir, Markus, Bernhard und Florian den Fortbildungskurs in der Wattener Lizum antreten. Natürlich unterlag der gesamte Kurs den strengen Corona Auflagen und so mussten alle Kursteilnehmer zu beginnen einen PCR Test durchführen. Bis das Testergebnis vorlag, durften wir die ca. 400 hm vom Lager Walchen zum Lizumer Hochlager aufsteigen. Glücklicherweise lag kein positives Testergebnis vor und somit stand dem weitern Kurs nichts mehr im Wege.

Der alternative Ausbildungsort in der Wattener Lizum steht dem Jamtal um nichts nach. Von flachen bis steilen Hängen erlaubt dieses Gebiet alle erdenklichen Einsatzszenarien. Am Donnerstagnachmittag gab es eine Auffrischung bezüglich LVS- und Recco-Suche mit anschließender Fein- und Grobsuche mittels Lawinensonde. Auch das schweißtreibende Ausschaufeln wurde ausgiebig geübt. Der Freitagvormittag, war ganz der Erstversorgung des Patienten gewidmet. Hier wurden klassische Verletzungsmuster bei alpinen Unfällen besprochen. Am Nachmittag ging es um planmäßige bzw. behelfsmäßige Seil- und Sicherungstechnik. Hier durften wir zum ersten Mal das System  Maestro und ID von Petzl kennen lernen.

Am Samstag stand dann eine Ausbildungstour an. Es ging Richtung Mölser Sonnenspitze. Unser Ausbilder und Bergführer Hugo führte uns in die unendlichen Tiefen des Schneeprofil Lesens ein. Schwer zu begreifen, dass dieses Thema so unglaublich komplex ist. Zwischenzeitlich verstanden wir weniger als zu Beginn. Doch Hugo schaffte es die Flut an Information in unseren Köpfen zu ordnen. Alle Themen dieser Ausbildungstour beschäftigten uns Teilnehmer sehr und wurden am Abend noch zum Gesprächsthema. Am Nachmittag ließen sich unsere Ausbildner noch zwei Bergrettungseinsätze einfallen. Einen Lawineneinsatz mit drei Verschütteten und einer gestürzten Person, die im steilen Gelände zum Liegen kam. Diese Person musste mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen versorgt und anschließend mit Fixpunkten im Schnee und entsprechender Seil- und Sicherungstechnik (planmäßiger Einsatz) gerettet werden.

Am Sonntag kam dann der große Übungseinsatz. Eine große Lawine mit fünf verschütteten ging nordwestlich der Kalkwand ab. Das gesamte Bergematerial musste von der Einsatzmannschaft zum Lawinenkegel auf Skiern hochgetragen werden. Wir suchten mittels LVS Geräten, dem Recco und Lawinensonden. Unsere Ausbildner hatten sich einiges überlegt und somit waren fast alle Verschütteten medizinisch zu versorgen. Ein Verschütteter musste aufgrund der Fundstelle sogar mittels behelfsmäßiger Seil- und Sicherungstechnik gerettet werden.

Darüber hinaus durften wir einer Reihe an Theorievorträgen lauschen. Die Vorträge deckten die Bereiche Schnee- und Lawinenkunde, Funk, Kommunikation mit der Leitstelle, planmäßiger Lawineneinsatz, taktische Alpinmedizin und vieles mehr ab. Wir hatten sogar das große Vergnügen, dass Patrick Nairz, ein Lawinenprognostiker des Lawinenwarndienstes Tirol, uns sein geballtes Wissen an Lawinen- und Schneekunde vortrug. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation kamen manche sozialen Zusammenkünfte am Abend leider zu kurz. Jedoch stand in diesen Tagen die Fortbildung im Vordergrund und dabei kamen wir voll auf unsere Kosten.

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