Grundkurs Winter – ABZ Jamtal 27.02. – 05.03.2021

Eine Woche auf einer Hütte mitten in der Tiroler Bergwelt verbringen zu dürfen, ist allemal für die meisten Bergbegeisterten ein Highlight. Dann auch noch in der Alpinmedizin, Tourenplanung, Kameradenrettung und Einsatzrettung ausgebildet zu werden, lässt das Bergretterherz höherschlagen. 

Genau das erwartete uns, Ines, Rosanna und Florian, aktuell Anwärter der Ortsstelle Axams. Obendrauf kam auch noch die Wettervorhersage mit viel Sonne dazu. 

So starteten wir, hochmotiviert, Samstag früh den kleinen Hatscher von 10km und nur 400hm ins Ausbildungszentrum Jamtal. Natürlich wurde der gesamte Grundkurs unter strengen Corona Auflagen geplant und durchgeführt. Im Vorfeld hatten alle Ausbildner und TeilnehmerInnen einen negativen PCR-Test vorgelegt. Zusätzlich wurde nach 2 Tagen erneut getestet. 

Nach Ankommen an der Hütte erst einmal große Begeisterung. Die Hütte ist schon eine Schau. Hochmodern und im Bettenlager reichlich Platz, durch die Verkleinerung der Gruppe (Corona) nun sogar noch mehr! 

Die ersten beiden Tage stand Alpinmedizin am Programm: Theorie und Praxis, das Gelernte gleich anwenden und mögliche Notfälle am Berg durchdenken und durchspielen. 

Montag und Dienstag durften wir in Kleingruppen mit je einem Bergführer, unserem Ausbildner, mit den Skiern aufsteigen und einiges über das Gelände, die Tourenplanung, Spurwahl und Bewertung der Bedingungen während des Aufstiegs lernen. So konnten wir zwei sonnige und aussichtsreiche Gipfel (Gemsspitze und Haagspitze) erklimmen, Gletscher queren und lässige Abfahrten in Pulver und Firn genießen. 

Zwischendurch haben wir uns über eine Wechte „hängen lassen“ und so die Gletscherspaltenbergung geübt. Mit Schwung hineinfahren und hoffen, dass der Partner oben alles richtig macht. Nein, der Expertenblick der Bergführer hat natürlich alles akribisch beobachtet und nach einigen simulierten Abstürzen und Rettungsaktionen, waren wir echt zackig und jeder Griff sitzt nun. 

Mittwoch – die Zeit vergeht! Versüßt hat uns diese auch die Verpflegung des Kochs mit Suppe nach der Skitour, sehr gutem Frühstück und super Abendessen. Danach folgten noch interessante Lawinenvorträge und gemütliche Hüttenabende, die freilich durch Maske, Kleingruppen und Regeln etwas anders abliefen als gewohnt, aber da sind wir alle froh, in solchen Zeiten eine Ausbildung genießen zu dürfen und lassen uns von so etwas nicht unterkriegen. 

Weiter gings mit Kartenkunde, Orientierung und einigen weiteren Rettungstechniken, die im Winter wichtig sind. Allen voran die Verschüttensuche mit LVS-Gerät, das schnelle und genaue Sondieren und letztendlich das Schaufeln. Die so wichtige Kameradenrettung, die eine schnelle Hilfe im Notfall ermöglicht, sowie der große Einsatz mit der Ortstelle der Bergrettung wurden eingehend geübt. 

Zack, schon wars Donnerstag. Für uns hieß es, letzter Tag der Ausbildung und am Nachmittag noch die Überprüfung des Gelernten der letzten Tage. 

An verschiedenen Stationen wurde überprüft und von uns vorgezeigt, was wir die letzten Tage erleben und lernen durften. Die Selbstrettung aus einer Gletscherspalte, Orientierung im Gelände und auf der Karte, Verschütteten-Suche mit dem LVS-Gerät und Sondieren, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Die Ausbildner in der Woche haben uns echt einiges mitgegeben und uns gut vorbereitet. So war die Stimmung am Abend ausgelassen, als alle das Zertifikat zur bestandenen Ausbildungswoche erhalten haben. 

Am Freitag stand die Abreise an. Noch einmal gemeinsames Frühstück und anschließend gemeinsames Säubern und Zusammenräumen der Hütte, was wirklich rasch erledigt war – auch hier, wie im Einsatz, das zusammenhelfen macht’s möglich. 

Und schon standen wir wieder auf den Ski und schlängelten uns den Ziehweg nach Galtür hinunter. 

Wir können nur Danke sagen. Danke – für eine super Woche und für den Einsatz aller, die dahinterstecken, eine Ausbildung, wie diese, in der aktuellen Lage möglich zu machen.

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Fortbildungskurs Wattener Lizum: AlpinRettung Winter, 25.-28.02.2021

Perfektes Wetter soweit der Wetterbericht reicht – Sonnenschein pur. Genau mit diesem Ausblick durften wir, Markus, Bernhard und Florian den Fortbildungskurs in der Wattener Lizum antreten. Natürlich unterlag der gesamte Kurs den strengen Corona Auflagen und so mussten alle Kursteilnehmer zu beginnen einen PCR Test durchführen. Bis das Testergebnis vorlag, durften wir die ca. 400 hm vom Lager Walchen zum Lizumer Hochlager aufsteigen. Glücklicherweise lag kein positives Testergebnis vor und somit stand dem weitern Kurs nichts mehr im Wege.

Der alternative Ausbildungsort in der Wattener Lizum steht dem Jamtal um nichts nach. Von flachen bis steilen Hängen erlaubt dieses Gebiet alle erdenklichen Einsatzszenarien. Am Donnerstagnachmittag gab es eine Auffrischung bezüglich LVS- und Recco-Suche mit anschließender Fein- und Grobsuche mittels Lawinensonde. Auch das schweißtreibende Ausschaufeln wurde ausgiebig geübt. Der Freitagvormittag, war ganz der Erstversorgung des Patienten gewidmet. Hier wurden klassische Verletzungsmuster bei alpinen Unfällen besprochen. Am Nachmittag ging es um planmäßige bzw. behelfsmäßige Seil- und Sicherungstechnik. Hier durften wir zum ersten Mal das System  Maestro und ID von Petzl kennen lernen.

Am Samstag stand dann eine Ausbildungstour an. Es ging Richtung Mölser Sonnenspitze. Unser Ausbilder und Bergführer Hugo führte uns in die unendlichen Tiefen des Schneeprofil Lesens ein. Schwer zu begreifen, dass dieses Thema so unglaublich komplex ist. Zwischenzeitlich verstanden wir weniger als zu Beginn. Doch Hugo schaffte es die Flut an Information in unseren Köpfen zu ordnen. Alle Themen dieser Ausbildungstour beschäftigten uns Teilnehmer sehr und wurden am Abend noch zum Gesprächsthema. Am Nachmittag ließen sich unsere Ausbildner noch zwei Bergrettungseinsätze einfallen. Einen Lawineneinsatz mit drei Verschütteten und einer gestürzten Person, die im steilen Gelände zum Liegen kam. Diese Person musste mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen versorgt und anschließend mit Fixpunkten im Schnee und entsprechender Seil- und Sicherungstechnik (planmäßiger Einsatz) gerettet werden.

Am Sonntag kam dann der große Übungseinsatz. Eine große Lawine mit fünf verschütteten ging nordwestlich der Kalkwand ab. Das gesamte Bergematerial musste von der Einsatzmannschaft zum Lawinenkegel auf Skiern hochgetragen werden. Wir suchten mittels LVS Geräten, dem Recco und Lawinensonden. Unsere Ausbildner hatten sich einiges überlegt und somit waren fast alle Verschütteten medizinisch zu versorgen. Ein Verschütteter musste aufgrund der Fundstelle sogar mittels behelfsmäßiger Seil- und Sicherungstechnik gerettet werden.

Darüber hinaus durften wir einer Reihe an Theorievorträgen lauschen. Die Vorträge deckten die Bereiche Schnee- und Lawinenkunde, Funk, Kommunikation mit der Leitstelle, planmäßiger Lawineneinsatz, taktische Alpinmedizin und vieles mehr ab. Wir hatten sogar das große Vergnügen, dass Patrick Nairz, ein Lawinenprognostiker des Lawinenwarndienstes Tirol, uns sein geballtes Wissen an Lawinen- und Schneekunde vortrug. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation kamen manche sozialen Zusammenkünfte am Abend leider zu kurz. Jedoch stand in diesen Tagen die Fortbildung im Vordergrund und dabei kamen wir voll auf unsere Kosten.

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Anwärterüberprüfung Winter 2021

Bei typischem „Bergretterwetter“ mit Schneefall und Kälte fand die diesjährige „Anwärterüberprüfung Winter“ am Sattelberg statt.

Freilich nach Covid19-Auflagen in Kleingruppen und nach einer Vorabtestung in der Ortsstelle Gries am Brenner. Danke an die Freiwilligen vorort, die das Testen gutgelaunt an einem Sonntagmorgen organisiert und unterstützt haben.

Die Anwärter unserer Ortsstelle, Rosanna, Ines und Florian, starteten mit den Nummern 1, 2 und 3 in die Skiprüfung. In zügigem Tempo gings den Sattelberg hoch. 700hm in der Stunde und schon waren die ersten Bergführer und Anwärter fast oben angekommen. Etwas unterhalb vom Gipfel eine kurze Pause. Abfellen, den Schnee, der sich während des Aufstiegs auf den Kapuzen gesammelt hatte abschütteln, Stirnband gegen Helm und Skibrille tauschen und schon ging es zum Abfahrtsteil der Prüfung über.

Der Abfahrtsteil wurde von einem kurzen Freifahren, angeführt von einem Ausbildner eingeleitet. Dann begann der Prüfungsabschnitt. Alle Anwärter der ersten Gruppe stellten sich nach vergebenen Nummern den Hang entlang auf. Unsere 3 Anwärter mit den Startnummern 1-3 ganz vorne, hangabwärts die prüfenden Bergführer. Nun wurde einzeln vorgefahren. Der erste Hang in schönen, langen Schwüngen. Der zweite Hang in zackigen Kurzschwüngen.

Unten angekommen ein Abklatschen auf Abstand nach bestandener Prüfung. Zusammenwarten auf die Kameradinnen und Kameraden und freudige Abfahrt ins Tal, da alle die Prüfung bestanden hatten.

Wir gratulieren Rosanna, Ines und Florian zur bestandenen Überprüfung und wünschen schon jetzt eine tolle spannende Ausbildung im Jamtal!

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LAWINE – eine Übung unter strengen Covid-Auflagen!

Laut den Vorgaben der Landesleitung und dem Land Tirol, können Übungen in den Ortsstellen durchgeführt werden, wenn diese systemrelevant sind und die Corona-Regeln eingehalten werden können, sprich Hygienemaßnahmen, 2 Meter Abstand und wenn dieser nicht eingehalten werden kann, muss eine Mund-Nasen-Schutz-Maske getragen werden. 

Als zusätzliche Schutzmaßnahme hat sich die Ortsstelle Axams mit einem Mehrheitsbeschluss für eine Testung mittels Antigentest ausgesprochen, dieser wurde vor dem Übungsbeginn in der Ortsstelle von unserem MEDIC-TEAM durchgeführt, alle Testpersonen waren NEGATIV und so stand einem erfolgreichen Übungstag nichts mehr im Weg. Nach einer kurzen Vorbesprechung vor der Gemeinde Axams, wo der Übungstag im Detail besprochen wurde, ging es mit 23 Bergrettern/innen und einem Lawinenhund, namens Phil in die Axamer Lizum. 

Hier im Nahbereich des Gasthof Adelshof wurde im Stationsbetrieb der 1. Teil des Tages bestritten. 

  1. Station, LVS- Training (Lawinen- Verschütteten-Suchgerät): Hier haben die Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit gehabt ihre Geräte und ihr Verhalten bei einem Lawinenunfall intensiv zu trainieren. 1. Signalsuche, 2. Grobsuche, 3. Feinsuche und 4. die Punktsuche, auch das Ausgraben der verletzten Personen wurde besprochen, denn hier gilt desto großräumiger der Schnee abtransportiert werden kann, umso schonender und sicherer ist es für den Patienten.
  2. Station, MEDIC- Auffrischung: Hier wird besonderes Augenmerk auf die Versorgung eines Patienten nach einem Lawinenunfall gelegt, wichtige Informationen weitergeben Atemhöhle vorhanden, ja oder nein (kein Schnee in Mund und Nase), behutsame Bergung (Bergungstot, wenn kaltes Blut aus Beinen und Händen in den Körperkern zurück fließt), mögliche Reanimation nach Herz- Kreislauf- Stillstand (hier wurde ein Übungsdefi/AED angeschlossen), Versorgung von Wunden, anschließend wurde noch das Thema Wärme-Management besprochen und unser Biwaksack für bis zu 10 Personen aufgebaut. Jetzt fehlt nur noch der mögliche Abtransport der Patienten, hier haben wir unsere altbewährte UT- 2000. Diese kann aus 2 Teilen bestehend transportiert werden und hat ein relativ leichtes Transportgewicht, ideal für den Einsatz im Gelände.

In der Zwischenzeit haben sich 3 Bergretter des AUSBILDUNGS- TEAMS auf den Weg in die Axamer Lizum gemacht, um mit dem 2. Teil des Tages, der Vorbereitung für die Einsatz- Übung zu beginnen. Hier möchten wir uns ganz herzlich bei der Axamer Lizum AG bedanken, diese haben uns unser benötigtes Material (unseren Dummy, Schaufeln und diverse andere Utensilien) zur vermeintlichen Lawine mittels Skidoo gebracht.

Einsatzort für die Mannschaft war der unmittelbare Bereich beim Pleisenlift unter dem Ziehweg zur Herrenabfahrt. Hier haben die Mannen des Ausbildungsteams ein sehr realistisches Lawinenscenario in den Hang hineingearbeitet. Einsatzannahme 5 komplett verschüttete Personen (für eine Person wurde sogar eine Höhle gegraben für unseren Lawinenhund).

Der Stationsbetrieb endete um ca. 11:15 Uhr. Nach einer kleinen selbst mitgebrachten Jause ging die Einsatzmeldung um 11:30 Uhr beim Einsatzleiter ein. Meldung „eine Person wurde Zeuge eines Lawinenabgangs im Bereich Pleisenlift mit 5 verschütteten Personen.“ Annahme war schlechte Sicht am Einsatzort, also kein Flugwetter für die Helis und wie jetzt auch real, kein Liftbetrieb. Heißt also auch dass wir keine Unterstützung durch die sonst immer hilfreiche Axamer Lizum AG bekommen.

Also das Szenario mit 5 verschütteten Personen ist zwar möglich, aber kann natürlich nicht nur von einer Ortsstelle bewältigt werden. Hier fehlt es dann schon an allen Ecken und Enden, es müssen genügend Bergretter/innen zur Verfügung stehen (die auch schnell verfügbar sind, wir sind alle nur Freiwillige und müssen einer Arbeit nachgehen), die verletzten Personen müssen verarztet und natürlich noch abtransportiert werden. Bei einem realen Einsatz in dieser Dimension würden sofort die Nachbarortsstellen mitalarmiert, bzw. Bezirksalarm ausgerufen.

Die Mannschaft machte sich unverzüglich auf den Weg in die Axamer Lizum. Am Parkplatz angekommen, wurden vom Einsatzleiter Forster Clemens sofort die Vorausmannschaft und die Bereichsleiter für Transport, MEDIC und Sondierkette benannt. Die Vorausmannschaft machte sich sofort auf den Weg, die Bereichsleiter stellen die benötigten Ausrüstungen zusammen und der Transportoffizier verteilte die Ausrüstung unter der Mannschaft, was sich als nicht ganz einfach herausstellte, da wir zwar 20 Bergretter/innen waren, aber auch viel Material transportiert werden musste.


Protokoll zum Einsatz Lawine Bereich Pleisenlift:

  • 11:30, Einsatzeingang
  • 11:45, Eintreffen der Einsatzmannschaft in der Axamer Lizum Parkplatz
  • 11:50, Vorausmannschaft macht sich auf den Weg
  • 12:21, Vorausmannschaft beginnt mit LVS- Suche auf der Lawine
  • 12:27, 1. Fund durch Oberflächensuche, hier wurde eine Person gefunden da Teile der Ausrüstung aus der Lawine geschaut haben und in weiterer Folge die Person befreit werden konnte (hier wurde eine Decke verwendet)
  • 12:30, 2. Fund, dieser wurde mittels LVS- Gerät geortet und durch das wichtige und richtige Sondieren konnte eine Punktortung erzielt werden, die Person konnte befreit werden (hier wurde eine Decke verwendet)
  • 12:30, Lawinenhund Phil mit dem Hundeführer Martin Flossmann betreten die Lawine
  • 12:33, 3. Fund durch Lawinenhund Phil, Person wurde befreit (das war unser Florian Priessenegger), durch seinen Spieltrieb, hartes und zeitintensives Training sind solche Leistungen erst möglich
  • Zeitgleich 4. Fund, wieder ein Treffer mittels LVS- Gerät, hier sah man, dass sich das Training am Vormittag bezahlt machte, Person wurde befreit (hier wurde eine Decke verwendet)
  • Nach und nach kommen immer mehr Bergretter/innen auf die Lawine und werden vom Einsatzleiter und den Bereichsleitern eingeteilt. Wichtige Tätigkeiten wurden durchgeführt, der Lawinenrand wurde markiert (gelbe Fahnen), die Einfahrtsspuren und gefundene Gegenstände wurden markiert (blaue Fahnen), es wurde der Sammelplatz und der Heli- Port zugewiesen.
  • 12:44, nachdem es keine Lokalisierungen durch LVS- Geräte mehr gegeben hat, wurde vom Einsatzleiter, der Aufbau der Rasterfahndung im Schnee angewiesen, hier wurde vom Sondierkettenführer der Aufbau organisiert und geleitet, mittels Sondierkette kann der abgesuchte Bereich genau definiert werden. Hier wird ein Raster von 10m x 20m aufgebaut, der Bereich mittels roter Fahnen abgesteckt, so kann es hier zu keinen, unabsichtlichen mehrfach Durchsuchungen kommen.
  • 12:42, unser Ortsstellenleiter Heinz Gatscher wurde vom Einsatzleiter gebeten, die Suche neben der Rasterfahndung mittels RECCO zu übernehmen. Der RECCO Detektor sendet ein Radarsignal aus. Wenn das Signal auf den Reflektor trifft, wird es zurück zum Detektor reflektiert, es wird aber kein Strom benötigt. Solche RECCO- Plättchen sind in vielen Gebrauchsgegenstände wie Helme, Kleidungsstücke und Skischuhen eingearbeitet.
  • 12:47, 5. Fund, nun wurde der Dummy mittels RECCO- Systems gefunden, hier hatte der Helm einen Reflektor eingearbeitet. Dieser ´´Patient´´ hatte eine Atemhöhle aber er erlitt einen Herz- Kreislauf- Stillstand. Nachdem der Kopf freigelegt werden konnte, wurde von unserm MEDIC- Leiter, 5 initiale Beatmungen gesetzt und als diese auch keine eigene Atmung anregen konnten, wurde der Patient weiter großräumig ausgegraben um mit der Reanimation beginnen zu können. Hier wurde auch unser Übungsdefi in Einsatz gebracht.
  • 13:05, im Zusammenspiel aller MEDICS, konnten alle Wunden verarztet und der Patient wiederbelebt werden.
  • 13:15, Beginn des Abtransportes unseres verletzten Dummys
  • 13:15, der Abschluss des Einsatzes beinhaltet das Absuchen der Lawine mittels Lawinenhund (dieser kann nach dem Sondieren, durch die Löcher die hier entstanden sind noch mögliche Düfte aufnehmen) und einem LVS- Gerät, um sicher zu gehen nichts übersehen zu haben.
  • 13:21, ENDE der Einsatzübung

Bei einer Nachbesprechung wurden anschließend alle Themen angesprochen, die gut oder nicht so gut gelaufen sind. Aber mal ehrlich: einen Einsatz mit 5 verschütteten Personen in 1,5h abzuarbeiten, mit Aufstieg und kompletten Materialtransport ist eine sehr gute Leistung der gesamten Mannschaft. Natürlich auch einen großen Dank all denen die diesen Übungstag vorbereitet haben.

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Spezialseile durch die Raiffeisenbank westliches Mittelgebirge

Maximal 10 Jahre dürfen Seile in der Bergrettung verwendet werden und müssen anschließend zwingend erneuert werden. Die Bergrettung Axams hat 800 Meter an Spezialseilen im Einsatz. Um eine doppelte Sicherheit (Redundanz) zu gewährleisten, werden immer zwei Seile parallel verwendet. Weiters sind damit auch Wandbergungen in den Kalkkögeln möglich. 

Bei der Neuanschaffung hat die „Raiffeisenbank westliches Mittelgebirge“ die Bergrettung Axams unterstützt. Vor kurzem gab es die Übergabe der neuen Seile unter den geltenden Coronarichtlinien an die Bergrettung. Alle waren sich einig, dass diese Anschaffung als Sinnbild einer Seilschaft gilt. Die Ortsstellenleitung der Bergrettung bedankt sich für diese Unterstützung mit einem herzlichen Vergelt´s Gott. Die Geschäftsführung der Raiffeisenkassa Axams wünscht den Bergrettern, immer unfallfrei von den Einsätzen zurückzukommen.

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Einsatzreicher Sommer 2020

In diesem besonderen Jahr hat sich das Freizeit- und Urlaubsverhalten merklich verändert und so sind in unseren Bergen viele Menschen unterwegs. Zwangsläufig kam es dabei auch zu mehreren Unfällen und somit auch zu zahlreichen Einsätzen. Jede Einsatzalarmierung löst beim jeweiligen Bergretter/in einen gewissen Stress aus. Die Alarmierungsmeldung, Einsatzausrüstung, Plausibilität der erhaltenen Unfalldaten, Mannschaftsstärke, Wetterverhältnisse, Sicherheitsausrüstung und vieles mehr gilt es schnell zu managen und im Sinne des Patienten schnellst- bzw. bestmöglich geborgen werden.  

Viele Einsätze sind fordernd und wirken auch lange nach. Im Gegensatz werden wir auch zu Einsätzen gerufen, die einen wieder Kraft geben. Immer wieder erhalten wir Dankesschreiben. 

Bei einem Einsatz am Schwarzhorn konnten wir einem frischverheirateten Paar aus ihrer Notlage helfen. Die beiden waren gerade auf Flitterwochen und immer noch auf Wolke 7 und haben sich zeitlich ein wenig vertan. Wir konnten sie schlussendlich wieder sicher ins Tal bringen. Zusätzlich kamen wir auch in den Genuss eines traumhaften Panoramas. Hier noch ein paar Eindrücke …

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Sommerkurs 2020 „mit Babyelefant“

Unser Anwärter Markus Bucher durfte vor Kurzem seine Grundausbildung erfolgreich abschließen! Gratulation!

Seine Eindrücke hat er uns im folgenden Bericht zusammengefasst:

Aufgrund der Coronamaßnahmen konnte der heurige Sommerkurs leider nicht im Jamtal stattfinden, deshalb wurde der Kurs in die Kaserne nach Absam verlegt und in einen Alpin- und Medic-Teil aufgeteilt. Trotzdem war ich sehr froh den Sommerkurs heuer überhaupt absolvieren zu können, obwohl der gesellige Teil und das Hüttenambiente (die ausgezeichnete Verpflegung von Vincent) schon etwas gefehlt haben.  

Den vier Tage dauernden Alpin-Teil verbrachten wir überwiegend im Halltal. Dort wurden uns neue behelfsmäßige Bergemethoden mit normaler Kletterausrüstung und mit halbstatischem System bzw. die planmäßige Bergung mit Dyneema geschult. Das Halltal stellte sich dabei als sehr guter Übungsort heraus. Nur die sehr plattige Kletterei bei unserer Klettertour erforderte im Vorstieg sehr viel Überwindung, aber mein Kletterpartner Roman von der Ortsstelle Vorderes Stubaital meisterte die schwierigen Seillängen grandios. Am letzten Tag des Alpin-Teils absolvierten wir noch eine Gletscherausbildung am Hintertuxer Gletscher mit Spaltenbergung. Leider konnte das Hubschrauberfliegen wegen Covid-19 nicht stattfinden, sollten wir aber im nächsten Jahr nachholen dürfen.

Eine Woche später folgte am Wochenende der Medic-Teil wieder in Absam. Die Theorie wurde sehr unterhaltsam von Markus Isser vorgetragen und wir konnten,  aufgrund von Kontakten von ihm,  ganz exklusiv das Salzbergwerk im Halltal besichtigen, was sehr erstaunlich war. Am letzten Tag des Kurses durften wir das Erlernte in drei Einsatz-Szenarien unter Beweis stellen und wir haben natürlich alles gut gemeistert.

Somit konnte ich mit großem Stolz und zwei tollen Wochenenden meine Grundausbildung zum Bergretter abschließen.

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Bergmesse ABGESAGT!

Leider müssen wir aufgrund der Wetterprognose die Bergmesse am Sonntag absagen!

Ein Ausweichen in die Lizum-Kapelle ist aufgrund der aktuellen Covid19-Empfehlungen nicht möglich. Nach Gesprächen mit Pfarrer Peter Ferner wird er daher die Abendmesse am Sonntag um 19 Uhr in der Pfarrkirche Axams unter dem Motto „Berg“ gestalten und wir werden dort gemeinsam den verstorbenen Bergkameraden gedenken.

Die Almen wie Bärenhütte, Schafalm, Lizumalm haben trotzdem geöffnet und freuen sich über jeden wetterfesten Besuch!

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